RE: Unless that has the opposite effect - Wenn das nicht das Gegenteil bewirkt
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Ich glaube, genau an diesem Punkt unterscheiden sich unsere Sichtweisen etwas.
Ich bin vorsichtig damit, Menschen, die zu anderen politischen Schlüssen kommen, pauschal mangelndes Nachdenken zu unterstellen. Die meisten Menschen halten ihre Entscheidungen für vernünftig – auch wenn ich deren Schlussfolgerungen nicht teilen muss.
Für mich ist die spannendere Frage, warum immer mehr Menschen Parteien wählen, die viele andere für unwählbar halten. Sind das wirklich alles Menschen, die nicht nachdenken? Oder gibt es vielleicht Probleme, Sorgen oder Erfahrungen, die von der etablierten Politik nicht ausreichend wahrgenommen werden?
Das macht die Antworten dieser Parteien nicht automatisch richtig. Aber wenn man die Wähler nur als uninformiert oder fehlgeleitet betrachtet, übersieht man möglicherweise die eigentlichen Ursachen.
Bei der Energiewende sehe ich es ähnlich. Natürlich hat auch das Festhalten an Öl und Gas seinen Preis. Die Frage ist für mich weniger, ob Veränderung notwendig ist, sondern wie man sie gestaltet, ohne dabei Teile der Gesellschaft und Wirtschaft zu verlieren.
Bei der Frage nach Datum und Standort bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob dort tatsächlich die Absicht steckt, die viele hineininterpretieren.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass sich die Gegenseite deutlich intensiver mit solchen Symboliken beschäftigt als diejenigen, denen sie zugeschrieben werden. Das bedeutet nicht, dass man alles ignorieren sollte. Aber ich frage mich schon, ob wir gelegentlich mehr Energie darauf verwenden, versteckte Botschaften zu suchen, als uns mit den tatsächlichen Aussagen und Positionen auseinanderzusetzen.
Wenn eine Partei kritisiert werden soll, dann doch am besten für das, was sie konkret fordert, beschließt oder vertritt. Das bietet aus meiner Sicht eine wesentlich solidere Grundlage als Vermutungen über mögliche Absichten hinter Datum oder Veranstaltungsort.
Vielleicht liegt die eigentliche Herausforderung darin, wieder mehr Verständnis für die Beweggründe anderer zu entwickeln, statt nur die eigenen Argumente für die einzig logischen zu halten.
Leider ist es aber so, wenn ich mit dem einen oder anderen darüber rede, der sich so äußert, also das man ja die AFD wählen muss...
Dann frage ich nach wieso und meist kommt gar keine Begründung und wenn dann eher was aufgeschnappt wurde.
Teils kommt dann sowas, ja mit der AFD hätte ich mehr Geld. Tja das haben aber andere berechnet, dass es nicht so wäre und zudem hat die AFD nicht mal ein schlüssiges Konzept. Zumindest gabs krins, vermutte gibts immer noch nicht ohne jetzt nach zu gucken.
Welche Teile der Gesellschaft oder Unternehmen verliert man denn?
Die Gesellschaft wird sich freuen, wenn Sie merkt das die Nebenkosten nicht immer weiter steigen, wenn die Kosten da eher dann sinken.
Bekannte meiner Frau sollten auf einmal statt pasr hundert >2000 Euro Gas bezahlen, im !Monat! als es in der Ukraine los ging.
Leider hatte jemand den Brief der Erhöhung, verlegt. Hätte ich darin nicht einen Formfehler gefunden, so das Sie wiedersprechen konnten, wäre sie echt armdran gewesen.
Bei vielen liegen NK bei 50-100% der Miete, Erdwärme sei dank ist es bei uns ein Bruchteil.
Wieso sollen wir denn viel Geld ins Auslandschicken um Gas zu importieren, statt das Geld zu nehmen und hier die Wirtschaft zu stärken, die Erneuerbare Energien aufbauen, für Speicher, für Infrastruktur.
Deutschland hätte die Chance doch vorreiter zu werden, aber nein, da ist ja China wieder gabz vorne weg. Schau dir an, was da so los ist.
Gibt genug leute, die sich nicht nur mit der Symbolik beschäftigen, sondern auch mit dem Inhalt.
Nach dem zu beurteilen, was sie beschließen könnten, wenn Sie was ändern können, dann könnte das schon zuspät sein.
Ich glaube, wir sind gar nicht so weit auseinander, wie es vielleicht wirkt.
Dass wir unabhängiger von Öl- und Gasimporten werden sollten, sehe ich grundsätzlich auch als sinnvoll an. Und natürlich haben die Preisexplosionen gezeigt, wie verwundbar wir bei solchen Abhängigkeiten sind.
Was ich mich allerdings frage: Warum wird die Diskussion oft so geführt, als gäbe es nur zwei Möglichkeiten – entweder man unterstützt den aktuellen Kurs vollständig oder man hat die Zusammenhänge nicht verstanden?
Wenn ich von Unternehmen oder Teilen der Gesellschaft spreche, dann denke ich an Menschen, die Veränderungen nicht nur als langfristige Investition erleben, sondern zunächst als Belastung. Höhere Energiepreise, neue Auflagen, steigende Investitionskosten oder die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz sind für viele reale Themen, selbst wenn die langfristigen Ziele sinnvoll sein mögen.
Und bei politischen Fragen bin ich grundsätzlich vorsichtig damit, Menschen mangelndes Nachdenken zu unterstellen. Ich habe in den letzten Jahren gelernt, dass unterschiedliche Erfahrungen oft zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen führen. Das macht die Schlussfolgerungen nicht automatisch richtig, aber es macht die Menschen dahinter auch nicht automatisch uninformiert.
Ich denke, die eigentliche Herausforderung liegt darin, die Argumente der anderen Seite so ernst zu nehmen, wie man es von den eigenen erwartet.
Und ja, du hast es mit deinem Post geschafft, mich wieder auf eine politische Diskussion einzulassen. Dabei hatte ich mir nach meinem parteipolitischen Abschied eigentlich fest vorgenommen, genau das nicht mehr zu tun. Vielleicht zeigt das aber auch, dass manche Themen trotz allem noch zum Nachdenken anregen.
Es gibt nicht nur zwei Möglichkeiten, natürlich gibt es viele, aber es gibt eben auch welche die einfach falsch sind.
Und das ist was Frau Reiche macht, die ja keines Falls für die Gas Lobby gearbeitet hat.
Es ist eine Langfristige Investition, die sich aber kurzfristig amortisiert und nicht erst in 20-30 Jahren, bereits jetzt wird mit jedem Ausbau mehr und mehr Geld gespart, investitionen hier getätigt statt Geld nach xyz geschickt für die Gasimporte.
Eben wegen Arbeitsplätzen sollten wir den weiteren Aubau fördern, neue Arbeitsplätze entstehen dadurch und andere werden gestärkt. Stromintensive Unternehmen werden bereits Subventioniert, wie lange kann das gut gehen? Deswgen muss dafür gesorgt werden, das der Strompreis stabil bleibt vielleicht sogar endlich dann sinkt. Und das wäre möglich.
Manche Unternehmen haben es erkannt.
https://www.chip.de/news/forschung-wissen/heisser-als-lava-dieser-xxl-energiespeicher-hilft-einem-brauerei-riesen-beim-bierbrauen_827a363a-b892-47e9-84fa-9c0b2785d063.html
https://www.nestle.de/medien/pressemitteilungen/energiewende-bei-nestl%C3%A9-biessenhofen-mit-neu-er%C3%B6ffneter-agri-photovoltaic
Nur um zwei zu nennen, stell dir vor was wäre wenn wir hier mehr machen würden und diese Technologien/Wissen auch exportieren könnten?
Welche Argumente? Echt hört man nicht, wenn Frau Weidel gefragt wird, redet Sie doch immer drum herum. Zumindest jede Debatte, jedes Interview das ich gesehen habe war es so. Und so ist es auch bei denen die zu mir dann sagen sie würden wohl die AFD wählen.
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Kann ihm da nur zustimmen, wenn die AFD behauptet nicht Rechtsextrem zu sein, dann hätte der Parteitag nicht an dem Datum, nicht an dem Ort, nicht in Augenweite eines Mahnmals stattgefunden.
Wirklich Zufall? Unwissenheit? Provokation? Kalkühl?
Was meinst du?
Was ich meine? Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Vielleicht war es Kalkül, vielleicht Provokation, vielleicht Zufall. Ich habe einfach zu wenig Einblick, um das mit Überzeugung beurteilen zu können.
Was ich gelernt habe: Je näher man einer Sache kommt, desto komplexer wird sie meist. Deshalb tue ich mich zunehmend schwer mit eindeutigen Bewertungen, egal in welche Richtung.
Auch bei Personen, die öffentlich im Mittelpunkt stehen, bin ich vorsichtig geworden. Im Berufsleben habe ich oft erlebt, dass diejenigen, die vorne stehen und sprechen, nicht zwangsläufig die sind, die alle Entscheidungen treffen. Und diejenigen, die den größten Einfluss haben, stehen häufig gar nicht im Rampenlicht. Für viele Themen hatte ich selbst Sprecher, während die eigentlichen Diskussionen und Entscheidungen an anderer Stelle stattfanden.
Deshalb versuche ich heute weniger zu bewerten und mehr zu verstehen, warum Menschen zu ihren jeweiligen Überzeugungen gelangen. Das heißt nicht, dass ich allem zustimme. Aber ich merke, dass mich die Frage nach dem Warum inzwischen mehr interessiert als die Frage, wer am Ende Recht hat.
Da finde ich mich eigentlich in allen Punkten wieder. 👍