Serie: Richtiges vermieten - Unterschiedliche Vermietungsformen

Hallo liebe DACH Community,

heute möchte ich in meiner Serie auf die unterschiedliche Vermietungsformen eingehen und Euch dabei den ein oder anderen Tipp mit an die Hand geben.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Klassische Vermietung

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Starten will ich dabei mit der normalen Vermietung. Aus meiner Sicht ist diese Form der Vermietung der richtige Einstieg um als Vermieter zu starten. Es gibt einen relativ klaren gesetzlichen Rahmen für Vermieter und man muss sich nicht extrem tief Einarbeiten.

Kennen sollte man aus meiner Sicht die ortsübliche Vergleichsmiete und den eigenen Wohnungsmarkt. Je nach Lage sind kleine oder größere Wohnungen unterschiedlich stark nachgefragt. Ein weiterer Vorteil der normalen Vermietung ist die Staffelmiete. Diese wähle ich bei fast jeder Vermietung, da sie mir für die Zukunft planbare Mehreinnahmen bringt.

Grundsätzlich kann man bei der klassischen Vermietung wenig Fehler machen, welche man im Nachgang nicht heilen kann, daher solltet Ihr nicht zu viel Angst haben.

WG Vermietung

Die WG Vermietung ist zwar sehr ähnlich zur normalen Vermietung bringt aber einige weitere Vorteile und Stolpersteine mit sich.

Starten wir mit den Vorteilen.

Eine WG bringt im normal Fall eine deutlich höhere Miete, da Ihr jedes Zimmer zu einem festen Preis vermieten könnt. Auf diese Weise lassen sich auf den QM gerechnet deutlich höhere Mieten berechnen.

Der zweite Vorteil ist, dass Ihr in einer WG im normal Fall schon recht viel Mieterwechsel habt. Dadurch könnt Ihr die Miete aber auch konstant nach oben anpassen und braucht nicht mit alten Mietern verhandeln.

Der dritte und für mich größte Vorteil ist, dass WG Bewohner oft ihre Nachmiete suchen, damit sie eher ausziehen können. Dadurch habt Ihr mit der Mietersuche fast keine Arbeit und könnt entspannen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass WG Suchenende oft Studenten oder Auszubildende sind und daher noch von der Familie unterstützt werden. In vielen Fällen geht die Unterstützung soweit, dass die Eltern mit in den Mietvertrag gehen. Dadurch erhaltet Ihr extrem bonitätsstarke Miete und habt praktisch keine Ausfälle.

Bonus-Tipp:
Auf WG Gesucht könnt Ihr relativ einfach euren eigenen Standort auf WG Tauglichkeit überprüfen. Dort wird angezeigt wie oft jemand in den letzten Stunden/Tagen nach einer WG in eurer Stadt gesucht hat. Persönlich hätte ich nie gedacht, dass jemand in den beiden kleinen Städten wo ich vermiete eine WG sucht, aber die Nachfrage ist sogar überraschend hoch.

Aber auch die WG ist keine Eierlegende Kuh und natürlich gibt es dabei Nachteile.

Eine WG wird im Normalfall möbliert oder zumindest teil möbliert vermiete. Dadurch müsst Ihr einen höheren Anfangsinvest tätigen, als bei der normalen Vermietung.

Des Weiteren werden oftmals Pauschalmieten vereinbart, weshalb Ihr gut kalkulieren müsst. Wenn Ihr am Ende feststellt, dass die Nebenkosten höher als erwartet waren, dann habt Ihr Pech.

Ebenfalls dürft Ihr das Leerstandsrisiko nicht ausblenden. Gerade wenn Euer Standort nur eine überschaubare Nachfrage bietet, kann es sein das ein Zimmer länger leer steht als erwartet und eine normale Vermietung doch besser wäre.

Auch die Abnutzung in einer WG ist deutlich höher, da mehr Aus und Einzüge durchgeführt werden, wird vor allem die Tapete stärker in Mitleidenschaft gezogen.

Zuletzt sollte Ihr noch die Nachbarschaft einschätzen könnten. Auch wenn Nachbarn eine WG Nutzung nicht verbieten können, haben WGs immer das Potential, dass sich jemand über sie beschwert.

Die Ferienwohnung

Kommen wir zur "Königskategorie" der Ferienwohnung. Aktuell ist Kurzzeitvermietung über Airb2b und co wieder unglaublich in und fast täglich kommt jemand neues auf Youtube oder Instagram, der einem erklären möchte wieso man mit der Ferienvermietung das perfekte passive Einkommen hat.

Die Vorteile sind relativ einfach zusammengefasst auf vier relevante Punkte:

  1. Die Mieteinnahmen können deutlich höher als bei einer normalen Vermietung sein
  2. Es keine eigene Wohnung nötig
  3. Buchungsportale machen die Vermietung deutlich einfacher
  4. Gäste können selber ein und auschecken

Allerdings werden die Nachteile und Arbeit aus meiner Sicht stark unterschätzt.
Zum einen muss jede Ferienwohnung beziehungsweise Kurzzeitvermietung von der Stadt oder Gemeinde genehmigt werden. Ihr solltet also als allererstes dort nach den Auflagen für diese Vermietungsform fragen.

Wenn die Kurzzeitvermietung in Eurer Stadt möglich ist, dann müsst Ihr diese deutlich hochwertiger einrichtigen, als ein WG Zimmer. Ansonsten wird die Ferienwohnung nicht ansprechend aussehen und kaum gebucht.

Die Kurzzeitvermietung ist Umsatzsteuerpflichtig. Darüber könnte ich nun alleine einen größeren Absatz schreiben, daher googelt am besten selber.

Ihr müsst Euch überlegen, wie Ihr Reinigung und Bettwäsche händelt. Bei einer Ferienwohnung kann man das noch gut selber machen, bei mehreren solltet Ihr einen Dienstleister einkaufen.

Unterm Strich kann man sagen, dass eine Ferienwohnung zwar mehr Geld einbringt aber auch deutlich mehr Arbeit verursacht.

Fazit

Ich kann jedem nur empfehlen mit der normalen Vermietung und einem Staffelmietvertrag zur starten. Aber der dritten Wohnung, kann man dann gerne überlegen, ob man eine seiner Wohnung in eine WG umwandelt, falls die Nachfrage hoch genug ist. Solltet Ihr später feststellen, dass eine WG Vermietung nichts für Euch ist, dann könnt Ihr diese immer noch auflösen und wieder zur normalen Vermietung übergehen.

Bevor Ihr mit einer Ferienwohnung startet, solltet Ihr Euch in das Thema sehr umfassend einarbeitet und Euch auf keinem Fall von dem Mehrverdienst blenden lassen. Vielleicht kann @der-prophet hier noch mehr berichten.

Bis zum nächsten Mal
Euer OGfox



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2 comments
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Zur Ferienwohnung stehe ich noch ganz am Anfang. Zwar habe ich das Haus nun gekauft aber ich muss erst noch wie von dir erwähnt von der Gemeinde eine Genehmigung einholen.

Der Tourismus soll allerdings in meiner Region gestärkt werden also sehe ich da noch kein Problem.

Wie ich das Projekt Ferienwohnung angehen werde schreiben ich dann vielleicht auf einem neuen Account. 😉

Danke für deine Erwähnung.

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