Heizölanstieg - Selbsterfüllende Prophezeiung
Hallo liebe Dach-Community,
die Auswirkungen des Irankriegs erreichen mit einem stark steigenden Energiepreis nun auch Europa.
Aus meiner Sicht ist dies aber zum Teil auch eine selbsterfüllende Prophezeiung durch uns.
Viel Spaß beim Lesen!
Heizölanstieg

Seitdem sich die Iran Eskalation immer weiter zugespitzt hat begannen auch die Heizölpreise kontinuierlich zu steigen. Aus meiner Sicht ist unser Verhalten hier ein erheblicher Treiber. Privat kenne ich alleine drei Familien, welche in den letzten sieben Tagen nochmal "schnell" Heizölbestellt haben, bevor die Preise durch die Decke gehen.
Genau dieses Verhalten führt allerdings dazu, dass sich die Prognose selbst erfüllt. Denn keine der Familien hätte zwingend in den nächsten Monaten tanken müssen, teilweise nichtmal in diesem Jahr. Da nun aber vorgezogen "bis oben hin" vollgetankt wurde, kommt es zu einer zusätzlichen Nachfrage, welche auf ein gleiches oder eventuell zukünftig fallendes Angebot trifft.
Den Effekt seht ihr ob im Bild. Der Preis steigt um über 15 % in wenigen Tagen und wird sicherlich noch weitere Bürger aufschrecken, welche auch noch schnell Tanken und damit den Anstieg weiter befeuern.
Ist das Handeln unbedacht?

Blickt man in die jüngere Vergangenheit und damit auf den Start des Ukrainekriegs, dann sieht man sehr ähnliches Verhalten am Ölmarkt und Energiemarkt. Auch damals schossen die Preise in die Höhe und fielen erst 14 Monate später unter das Niveau der ersten Kriegswoche. Aus diesem Blickwinkel könnte man sogar ein beliebtes Kryptozitat nehmen und sagen "we are still early" und auch noch schnell Tanken.
Immerhin dürften die wenigsten einen Öltank haben, mit dem nachdem Winter die nächsten 14 Monat überdauern kann. (Außer man hat bereits Anfang des Jahres getankt)
An der Tanke konnte ich heute morgen ein ähnliches Schauspiel beobachten, aber vielleicht war es auch Zufall, dass bei uns auf dem Dorf die Autofahrer vor der Arbeit Schlange standen um voll zutanken.
Welche Preise könnte es als nächstes treffen?
Wenn man das Playbook weiterspielt, dann dürfte ein Energiepreisanstieg einen ordentlichen Inflationsanstieg mit sich bringen und damit auch zu steigenden Zinsen.

Dabei sind die Bauzinsen gerade erst von ihrem letzten Anstieg von der 4 % Marke zurückgekommen. Sollte es hier wieder zu einem Anstieg von kommen dürfte der wirtschaftliche Schaden aber begrenzt bleiben, immerhin haben wir seit Mitte 2022 Zinsen auf diesem Niveau oder sogar leicht höher.
Wer allerdings in diesem oder im nächsten Jahr eine Zinsverlängerung hat, ist aus meiner Sicht gut beraten zeitnah zur Bank zu gehen und die Konditionen für eine vorzeitig Verlängerung zu erfragen.
Wenn Ihr in den letzten Jahr genug getilgt habt, sollte es eine ordentliche Differenz zwischen Restschuld und Darlehen geben.
Wenn die Differenz größer 20 % ist, dann sollte der angebotene Zins bei unter 3,5 % liegen. Falls Eure Bank teurer ist seit Ihr gut beraten ein Vergleichsangebot einzuholen.
Fazit
Auch wenn ich hoffe, dass sich die wirtschaftlichen Folgen für unsere Region in Grenzen halten. (Immerhin haben wir bereits genug Probleme)
Sollte man niemals den Herdeneffekt unterschätzen, dieser kann zu extrem Preissteigerungen führen. Aber sich genau so stark in die andere Richtung bewegen und zu Schnäppchen an der Börse oder auf dem Kryptomarkt führen.
Ich wünsche Euch einen guten Start in die Woche und versucht immer besonnen zu handeln.
Euer OGfox